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Danzig Kurztrip – Von Pieroggi, Geschichte & Herzlichkeit

by grossstadtklein

Offen gestanden: Viel kannte oder wusste ich über Polen, noch von Danzig, vor meinem kleinen Weihnachtstrip nicht, weder über Land, noch Leute. 3 Tage und tatsächlich einige Pieroggi später merke ich wieder mal, dass an Klischees immer etwas Wahres dran ist, das Erkunden aller Dinge, die über Klischees hinausgehen jedoch den Reiz einer Reise ausmacht. Anbei ein paar Tipps für einen kleinen Städtetrip nach Danzig.

Dublin, Danzig oder Venedig – meine Auswahl, als ich mich ans Buchen meines Weihnachtsgeschenks für mich und Nils machte. Die Wahl fiel auf Danzig. Ich glaube, weil es das für mich aufregendste war. Aus dem einfachen Grund, dass ich am wenigsten über die Stadt wusste. Weltweit soviel gesehen, aber nie im Nachbarland Polen gewesen. Also war klar: Danzig wird gebucht. 

In Sekundenschnelle haben mich schon aus der Ferne die Giebel und gut restaurierten Häuserfassaden dann auch schon um den Finger gewickelt. Das Stadtbild hat mir sofort gefallen.  Auffällig? Es gibt nicht einen Shoppingladen oder große Kleidungs-Kette nach der anderen. Die Innenstadt ist frei von all diesen Läden, die wir sonst aus Stadtbildern kennen. Alles was sich hier finden lässt sind Cafés, Restaurants, Wechselstuben und Bernsteinverkauf. Eigentlich auch genug, oder? 

Where to stay in Danzig

Nachdem ich mit meiner Überraschung in Nizza leicht ins Klo gegriffen habe, ließ ich mich diesmal nicht lumpen und hielt die Augen nach etwas modernerem mit guten Bewertungen offen. So entdeckte ich das PURO Hotel, perfekt in den Innenstadt gelegen und damit fußläufig von vielen Spots. Das Design war wirklich schön, wir haben uns vom ersten Schritt ins Hotel an wohl gefühlt. Das Zimmer war exakt so, wie Ichs erwartet habe: modern & (trotzdem) gemütlich. Mit einem Tablet lässt sich nach zuviel Pieroggi übrigens alles vom Bett aus Steuern, Licht, TV, Temperatur, etc. Ganz nette Spielerei. 

Was das Frühstücksherz begehrt, war vorzufinden und das Personal war ausgesprochen freundlich. Hin und wieder erkundigten wir uns dort nach persönlichen Tipps. 

Einziges Manko: das Spa. Da das Wetter schlecht gemeldet war, gönnten wir uns beide eine ausgiebige Massage. „Ausgiebig“, sowie die Zeit, für die ich hier gezahlt habe, sind dort wohl Auslegungssache, genauso wie die Definition von Relaxing Zone. Mehr soll dazu nicht gesagt werden (;


Nachtleben Danzig

Schon am ersten Abend waren wir neugierig. Auf die Kneipen, die Menschen, welche Sprachen wir hören werden, was getrunken wird. Häufig ist es doch so, dass die Abende, an denen wir der Spontanität freien Lauf gewähren, die guten werden. Ganz unspektakulär haben wir uns von einer Kneipe/Bar in die andere verschlagen lassen, haben polnisches Bier probiert, über das so vielseite Interior gestaunt, Dinge bestellt, von denen wir kaum wussten, was uns erwartet und uns über die Gastfreundlichkeit der Polen gefreut. Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt. Hin und wieder hat uns Danzig auch sehr an Lüneburg, die Stadt, in der wir beide studiert haben, erinnert. 

Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir 3 Kneipen. 

Wisnewski

Hier gibt es Kirschlikör (schmeckt wie der Saft von Schattenmorellen) in hübschen kleinen Gläsern. Sonst nichts. Und das ist cool. Wer dort hingeht, kommt,  um exakt diesen einen Drink zu nehmen. Oder drei davon. Optisch ansprechend in Apothekerfläschen gefüllt und auch die in der Bar stehenden Sprüche á la „Alles für die Gesundheit“ geben dem Drink eine sympathische Lässigkeit. Mein Tipp: Nicht übertreiben, nur weil man den Alkohol nicht stark rausschmeckt, heißt das nicht, dass er nicht da ist (;

No to cyk 

Diese Kneipe ist so schräg, ich setze sie auf meine persönliche Must-See Liste! Wie eine Zeitsprung um Jahrzehnte zurück, wohl noch sogar vor meiner Geburt. Selbst hingehen und erleben. 

Wodki i Piwa

Vodka und Bier, der Name sagt wohl alles. Des weiteren stehen auf der Karte noch halbwegs liebevoll zubereitete Sandwiches oder „Wildschwein“. Wir haben im Vorbeigehen durch die beschlagenen Scheiben gesehen und die mit Zeitung tapezierten Wände sowie die in Anzug arbeitenden Kellner machten einen coolen Eindruck, der uns auch nicht getäuscht hat. 

Tagesausflug Sopot

Mit dem Regionalzug sind wir ins etwa 30 Minuten entfernte Sopot gefahren. Hier teilten wir eine Kabine mit einem polnischen Ehepaar. Ich weiß noch, dass ich einfach vollkommen selig die beiden eine ganze Weile still beobachtet habe. Beide haben sie aus dem Fenster gesehen und sich auf polnisch unterhalten, er mit knappen 100dB aber einer Engelsgeduld. Sie alles wiederholend. Herzerwärmend. 

Sopot hat mir gut gefallen. Es ist nochmal ruhiger als Danzig und vor allem die schöne Promenade mit dem alten Grand Hotel und Klippen im Rücken lässt erahnen, welch goldene Zeiten dieser Ort schon erlebt hat. Sehr schön für einen Strandspaziergang und das Auftanken von Meerluft. 


Europejskie Centrum Solidarnosci

Mein Highlight im von wunderschönen Giebeln gesäumten Danzig. Hier habe ich beinahe beschämt bemerkt, wie wenig ich tatsächlich von Land und Leuten weiß und wusste. Dieser Ort ist ein Geschichtsmuseum, wie man es in Deutschland nicht findet. Ein Teil der polnischen Geschichte wird hier sehr eindrücklich erklärt und ich bin nachhaltig beeindruckt von der Architektur und der Art und Weise, wie dieses Museum „Lernen“ ermöglicht hat. Schnappt euch unbedingt den im Ticketpreis enthaltenen Audio-Guide, ich bin mir ganz sicher,  ihr versteht, was ich meine. 

All good things come to an end – nach 48h in Danzig habe ich aber einen guten ersten Eindruck gewinnen können. Gut genug um zu sagen, dass ich wiederkommen und noch mehr erfahren und sehen möchte. 

P.S. Ein Tipp, der mir mitgegeben wurde, den aber ein anderer für mich noch erfüllen muss, sind die Pieroggi bei Pierogarnia Mandu Centrum. Wir hätten gerne probiert, allerdings waren vor uns etwa 55 Personen in der Warteschlange. Auch einheimische gehen dort gerne essen, es muss also gut sein 😉 

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